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Wie sind Landräte im Falle ihres Ausscheidens aus dem Amt des Landrats im Alter versorgt?

Altersversorgung kommunaler Wahlbeamter in Bayern:

In Art. 28 KWBG ist geregelt, dass ein kommunaler Wahlbeamter – unabhängig seines Alters - mit Ablauf der Amtszeit (also am Ende einer Legislaturperiode) in den Ruhestand tritt, wenn er für die folgende Amtszeit nicht wieder für das gleiche Amt gewählt wird oder die Wiederwahl nicht annimmt und eine Amtszeit von mindestens zehn Jahren (Wartezeit) zurückgelegt hat. Dies bedeutet in der Praxis, dass ein kommunaler Wahlbeamter "in Rente" gehen kann, wenn er nach zwei Legislaturperioden (also insgesamt  zwölf Jahren) nicht wieder gewählt oder nicht wieder als Kandidat für sein Amt nominiert wird. Es ist also mindestens eine Wiederwahl erforderlich, um überhaupt eine Altersversorgung als kommunaler Wahlbeamter zu haben. Nach zehn Dienstjahren liegt das Ruhegehalt bei etwa 30 Prozent der letzten Bezüge. Pro weiteres Dienstjahr erhöht sich die dieser prozentuale Anteil leicht. 

Stellt sich ein kommunaler Wahlbeamter jedoch ohne sachlichen Grund nicht seiner Wiederwahl, so kann sein Dienstherr die Auszahlung des Ruhegehalts bis zum 62. Lebensjahr aufschieben. Diese Regelung wurde in Bayern deshalb eingeführt, um zu verhindern, dass sich Bürgermeister oder Landräte nach nur zwei Legislaturperioden im Amt – unabhängig des Lebens- und Dienstalters – freiwillig "in Rente" verabschieden können. De facto kommt in den Genuss des Ruhegehalts also nur, wer nach mindestens zehnjähriger Amtszeit entweder nicht mehr gewählt bzw. nominiert, oder z.B. wegen Krankheit dienstunfähig wird.